iteration 7

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gravisvanus
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iteration 7

Beitrag von gravisvanus » 15.12.2014 09:26

iteration 7
Ausflug in die Endzeit

Bisher habe ich um das Endzeitsetting immer einen Bogen gemacht, weil
die Geschichten, die ich über Fate und Co. gehört habe nicht meinen
Geschmack trafen.
Viele OT-Konflikte, die IT ausgetragen werden, viel Ego, viel Knatsch.

Deswegen war ich auch leicht skeptisch, als mich ein Freund am Dienstag
fragte, ob ich nicht Samstag noch Zeit hätte, um auf einem Endzeit.Con
für eine kranke NSC einzuspringen.
Da er aber in der Regel einen guten Radar für schöne Cons hat, war ich
nicht schwer zu überzeugen. Und siehe da, das Degenesis-Regelwerk erwies
sich als gut balanciertes, leichtes Regelwerk (hab ich daran erkannt,
dass ich keine Zeit hatte es zu lesen, es aber auf Con auch nicht
gebraucht hab :D ) und die Spieler als netter, offener Haufen.

Die Welt von Degenesis spielt nicht kurz nach dem Knall, sondern ein
paar Jahrhunderte danach in einer Welt, die sich mit den neuen
Umwelteinflüssen arrangiert hat. Die Menschheit befindet sich im
Wiederaufbau und es gibt verschiedene Ansätze, eine neue Ordnung zu
etablieren. Das Problem ist, dass jeder Kult seine eigene Vorstellung
hat, wie diese "neue" Welt aussehen soll...
Und dann kommt noch der Kampf gegen außerweltliche Materie und die
Afrikaner hinzu, die sich als neue "erste Welt" etabliert haben, während
Europa im Chaos versunken ist.

Der Con selbst spielte in Borca (=Deutschland) am Rande der Staublunge
(=Ruhrgebiet) und damit im Grenzbereich der Herrschaftsgebiete zweier
(oder mehr?) Kulte. Dem Wetter entsprechend wurde der Sommer bespielt
(der Golfstrom ist gekippt, was zu Klimaveränderungen geführt hat).

Das Spiel selbst war geprägt von den wahnsinnig schön gestalteten
Charakteren, sodass jeder Charakter nicht nur die Interessen seiner
Gruppe zu vertreten hatte, sondern auch von seinen eigenen Dämonen
gejagt wurde.
Hinzukamen die weitverzweigten, teilweise undurchschaubaren
Verflechtungen der Hintergründe der Charaktere.
Ein falscher Schritt und plötzlich kann alles kippen. Die Angst immer
im Hinterkopf, das Spiel mit dem Feuer.
Die Fraktionen waren gut balanciert, die schlagkräftigen Truppen wurden
IT durch besonders starre Regeln oder auseinanderschweifende Interessen
gebremst, während die kleineren Fraktionen sich freier bewegen konnten
und weniger tief in das Spiel von Gefallen schulden und Verpflichtung
haben verstrickt waren (zumindest als Fraktion, einzelne Charaktere
waren dennoch ziemlich weit da drin).
Zum Teil gab es sogar Konflikte, bei denen Einzelne sich gegen die
Prinzipien der eigenen Fraktion wenden mussten, um das eigene Interesse
durchzusetzen (was meistens darin bestand, "alte Bekannte" loszuwerden
ohne selbst in Erscheinung zu treten).

So konfliktgeladen das Spiel auch war, hatte ich dennoch immer das
Gefühl, dass alles rein IT war und hatte somit sehr viel Spaß.

Auch meine Angst, dass ich die Verbundenheit meines Charakters mit den
"alten Bekannten" nicht rüberbringen könnte, weil ich weder die Spieler,
noch die Charaktere kannte, hat sich in Anbetracht des großartigen
Spiels der betroffenen Spieler schnell zerstreut. Ich hatte eher Mühe
alle Bälle, die mir zugeworfen wurden auch zu fangen. ;)

Positiv aufgefallen ist mir der Tiefgang der NSC-Rollen. Nahezu jeder
NSC hatte einen ebenso guten Hintergrund wie jeder Spieler und kannte
auch andere Charaktere des Cons auf die ein oder andere Weise (Jan hatte
mit der ersten Rolle leider Pech, weil der Spieler, den er kannte nicht
gekommen ist...). Auch die Sterberate der NSC war eher gering.

Ebenfalls genial war der Fundus der Orga. Ich habe selten so stimmige
NSC-Ausstattungen gesehen und eine der Organisatorinnen hat mir eine
wahnsinnig tolle Corsage geliehen. Leider nicht ganz meine Größe, am
liebsten hätte ich die trotzdem gemopst.
Kombiniert mit dem geradezu heldenhaftem Willen der (Nicht-)Spieler
jede noch so irre Klamottenkombination anzuziehen war das eine ziemlich
explosive Mischung (ich habe heute Nacht von Männern in Lila Tribalhosen
geträumt, ich schwöre X) ).

Resümee des Cons:
Ich hatte Spaß, die Spieler waren großartig, meine Meinung übers Fate
hat sich eher verstärkt, Degenesis werde ich aber definitiv nochmal
machen.
Hab zuhause eine der Larpkisten mit "Endzeit" beschriftet.

Gruß,
Nadine

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Taio
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Re: iteration 7

Beitrag von Taio » 15.12.2014 21:13

Ich kann mich dem so anschließen, wobei ich nur noch anmerken möchte,
das Gasmasken ohne ordentliches Atmungssystem, um die Feuchtigkeit abzutransportieren nicht wirklich für Feuergefechte geeignet sind ;)

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