Garde vs Grenzer - Geistige Pflichten IT Review

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Robert III.
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Garde vs Grenzer - Geistige Pflichten IT Review

Beitrag von Robert III. » 21.11.2018 20:09

Geschätzter Geron,

es tut mir leid, dass du und Döbi direkt nach der Versetzung gen Kupfersteg einen weiteren Befehl bekommen habt, sodass ihr kurzfristig nicht an der jährlichen Weihe des Fuchsschwanzes teilnehmen konntet. Ich kann aber verstehen, dass es viel wichtiger ist, die vom letzten Gewitter zerstörte Brücke wieder aufzubauen als bei einer Prozession anwesend zu sein.
Da du mich gebeten hattest, dich über alles Interessante zu informieren, das während eurer Abwesenheit stattfindet, hier oben aber aufgrund einer andauernden Schlechtwetterfront genau gar nichts Aufregendes passiert, schreibe ich dir eben von der Weihe und einer doch recht interessanten Pilgerreise bei mäßigem Wetter.
Unser Trupp war von Gardisten nur in geringer Zahl durchzogen. Wahrscheinlich setzt ihnen das Wetter stärker zu, wenn sie sich nicht hinter einer dicken Mauer am Kamin einmuckeln können. Lediglich der Oberst, der neu vereidigte Friedrich und eine sehr kurz angebundene Margarethe waren vor Ort um den Fuchsschwanz zu begleiten. Von den Grenzern hingegen waren der inzwischen wieder nüchterne, aber ebenfalls neu vereidigte Nimbel nebst der furchtlosen Amira, Elenor und Fawa Re, einer eredhischen Kämpferin bereit, der Prozession zu folgen, die von einem Pax-Priester und einer Pax-Priesterin angeführt wurde.
Du weißt, man kann von mir nicht grade sagen, ein religiöser Mensch zu sein, aber die Worte des Priesters haben etwas in mir bewegt. Seine Erzählungen über Pax, Sohn des Eos und der Varna waren mir neu, auch wenn mir das Glücksspiel eine alte Vertraute ist. Und mag es an der Reisegemeinschaft gelegen haben oder an den Erzählungen über Pax und seine drei Kinder, ich hatte nicht nur ein gutes Gefühl während des Weges, die eine oder andere Person wuchsen mir sogar ans Herz. So überließ Rekrut Friedrich mir die Möglichkeit bei einem Spiel zu Ehren Hasards, dem jüngsten Kinde Pacis, den Sieg davon zu tragen. Seine edelmütige, selbstlose Weise jedoch war es, die mich so sehr von einem Gardisten, ja von einem Menschen überhaupt überraschten, dass ich mir schäbig vorgekommen wäre, seinen letzten Stein vom Spielfeld zu nehmen. Da ein Unentschieden nicht mehr möglich war, entschied ich mich somit für die Niederlage im Spiele in der Hoffnung, einen Freund gewinnen zu können. Aber nicht nur diese Gesten waren es, die mich als ein Teil des Haufens wohl fühlen ließen. Auch die anschließenden Worte des Priesters, dass Gewinnen allein nicht alles sei und uns Pax lehre, dass es oft das Äquivalent, der Ausgleich sei, besonders in zwischenmenschlichen Dingen, das uns Glück beschere, hatten eine starke Wirkung auf mich.
Nimble hat seine Form des Glücks aufgrund der langen Spieldauer etwas anders forciert und in der Zwischenzeit Oberst Maurenbrecher einen Streich gespielt. Dieser hatte es sich auf einer Bank gemütlich gemacht und unserem strategischen Treiben besondere Aufmerksamkeit gewidmet als der im Suff Neuvereidigte im inzwischen nüchternen Zustand wohl noch eine kleine Rechnung begleichen wollte und des Obersten Helm an der Bank festknotete. Dem kurzen, aber herzhaften Gelächter folgte der Zorn des Festgeschnürten. Zur Strafe mussten alle Grenzer dann vor dem Obersten laufen, auch wenn sie sichtlich nicht daran beteiligt waren. Aber du kennst das ja schon: Zwei Augenblicke später hatte er seinen eigenen Befehl vergessen und lief wieder vorne weg.
Aber ich schweife ab. Je länger wir unterwegs waren, umso mehr wurde mir bewusst, dass der Weg unserer Prozession ebenso das Ziel war wie am Ende die Weihe selbst. Durch Konomio, Pacis ältestem Sohn, lernten wir, dass wahrer Handel immer gleich sein müsse. Ein alte Weisheit, die in unserer heutigen Zeit in Vergessenheit geraten ist. Unsere Aufgabe war es daher, jemanden zu finden, der einen Tausch eingehen mochte und ich will meinen, dass eine Verbandsrolle bei dem kühl-nassen Wetter ein guter Tausch gegen eine Tasse warmen Tee der Paxpriesterin war.
Am Ende, bevor es zur eigentlichen Weihe kam, wurden uns auch Nelia, die Erstgeborene, und Bola, ihre Mutter, näher gebracht. Wenn du also einmal das Glück benötigst, so bete zu Nelia. Als Hüterin des Glücks ist es an ihr, es dir zu reichen.
Und dieser Fuchsschwanz, was soll ich sagen, die Gardisten haben ihn nicht einen Moment aus den Augen gelassen. Es war fast wie ein Heiligtum für sie. Uns Grenzern kam kurz der Gedanke, ob wir ihn nicht stehlen sollen als Margarethe Amira diesen komisch geschmückten Stab beinahe aus der Hand riss. Mag sein, dass Kender unsere Idee des Besitzes nicht verstehen können oder wollen, aber mir kam es generell so vor als sei Margarethe uns Grenzern sehr misstrauisch eingestellt. Ich will nicht wissen, welch schlechte Erfahrungen sie mit anderen Soldaten der Grenzwacht machen musste, aber mein Versuch, ein Gespräch mit ihr aufzubauen, um sie besser kennen zu lernen, blieb nach wenigen knappen Worten ein Versuch. Ich hoffe, unsere zukünftigen Taten werden ihre Reservierung uns gegenüber aufheben lassen, damit wir uns alle zusammen nicht nur als Einheit ansehen, sondern weit mehr als Kameradschaft für einander empfinden werden. Vielleicht verleiht uns Nelia das Glück, in Kupfersteg neue Freunde zu gewinnen.
Richte Döbi liebe Grüße von Elenor und mir aus und sag ihm bitte, er muss mir unbedingt noch einmal die Mechanismen der gängigen Fallen eintrichtern. Ich hab mir erst gestern wieder die Finger geklemmt als ich eine dieser blöden Übungskisten entschärfen wollte.

Liebe Grüße,

Aron

P.S.: Ach ja, und wenn dich irgendjemand darauf anspricht, ob du weißt, wie Pax dein Unglück mit Hilfe von Eiern von dir nimmt, musst du das nächste Mal dabei sein...

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