2016-06-09ff Trigardon Fest der Freundschaft

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JaBaTo
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2016-06-09ff Trigardon Fest der Freundschaft

Beitragvon JaBaTo » 13.06.2016 00:40

Orga war im Vorfeld etwas schlecht erreichbar, insgesamt aber in Ordnung. Man kann darauf vertrauen, daß es schon läuft. Abseits besonderer Feiertage den Con schon Donnerstag beginnen zu lassen, war etwas mutig, halte ich aber rückblickend für eine gute Idee.

Ort war zum Lagern sehr bequem und bot Platz satt - ebener, frisch gemähter Rasen mit ein paar Kiefern, drumherum Wald und tiefe Wiesen, feste Sanitäranlagen am Bolzplatz ein paar Meter weg, Parkplätze so nah dran, daß ich das Auto zum Beladen nicht umsetzen musste, aber außer Sichtfeld. Mit Auto gut zu erreichen, vielleicht 5' von der Autobahnausfahrt weg. Zivilisation konnte man noch sehen, wenn man denn wollte, konnte man aber auch gut übersehen. Auch ziemlich viel Regen am letzten Abend hat die Wiese nicht versumpfen lassen.

Plot war wie gebratene Wachteln - wer was haben wollte, musste es sich selbst mitbringen. Der Hintergrund war, daß die Stämme in Trigardon nach langen Fehden sich auf einen Frieden geeinigt haben, den sie jedes Jahr mit einem Fest bekräftigen, an dem sie zusammenkommen und nach dem Dan für das nächste Jahr suchen, der als Richter und Vermittler für die Stämme agiert. Der Rest der Welt kann gerne vorbeikommen (sehr gerne), ist aber nicht wirklich nötig. Neben dem Tirgardon-internen Dan-Turnier habe ich also nur das Kämpferturnier, das ein angereister Ritter (von Lichtenfels?) organisiert hatte und meine Geschichte mit dem Faß mitbekommen. Das Setting gab auch sonst wenig Anlaß zu Konflikten; es war eben ein Feiercon.
Es gab auch eine Taverne, aber die hatte nach meinem Eindruck wenig zu tun. Sie war etwas spärlich ausgestattet, und nebenan saßen die Flutländer (ein Teil der Trigardonen) am Lagerfeuer mit Gesang und Leben; da hatte ich nie Anlaß, rüber zu gehen.

Leute waren herzlich und offen. "Kann ich Dir beim Ausladen helfen", "wir packen mal beim Zeltaufbau mit an", "Du kannst bei uns mit essen" waren so ungefähr meine ersten fünf Minuten. Das ging durch bis zum Ende, als ich mich aus dem Regen bei den Flutländern unter das Jurtendach in den Kreis am Lagerfeuer gequetscht habe, eine Lattenrast gereicht bekommen habe und ich so richtig das Gefühl hatte, nach Hause zu kommen. Isch liebe Euch alle! Für das Essen, für die Schlafplätze, für die Getränke, für das freundliche aber bestimmte Rauswerfen, für die Gesänge, für das Zuhören und für das Mitreden!
OT-Blasen habe ich nur zwei Mal erlebt, und das wohl nicht nur, weil ich die wandelnde IT-Blase war. Die Trigardonen, mit denen ich es dann doch hauptsächlich zu tun hatte, waren durchgehend IT, und das war großartig.

Was ich erlebt habe war erwartungsgemäß speziell. Diesmal wollte ich ausprobieren, mich nur mit dem, was ich mit mir herumtragen kann, durchzuschlagen. Kein Zelt, kein Bett, keine Verpflegung für drei Tage. Dafür hatte ich mir einen Feiercon mit Selbstverpflegung ausgesucht. Um klarzustellen, daß ich nicht OT auf Kosten der anderen leben will, hatte ich ein Faß Bier mitgebracht (Tegernseer Helles, im 15l-Faß in echt schöner Holzoptik zu haben). Um zu begründen, warum ein Wanderer so ein Faß anschleppt, hatte ich mir eine etwas fadenscheinige Geschichte zurechtgelegt - die aber am Donnerstag und Freitag der einzige verfügbare Plot war, auf den sich demnach auch zig Leute gestürzt haben. Anstrengend, aber schön.
Essen zu den Mahlzeiten war kein Problem: wenn jemand schnippelt, kann man Hilfe anbieten und am Ende fällt natürlich was ab. Oder man taucht auf, wenn eh alle satt sind und bekommt noch reichlich von den Resten. In jedem Lager gibt es eine Mama (Betonung auf der ersten Silbe, mit langem Vokal), die sich um alle kümmert, die was brauchen (in dieser Rolle habe ich übrigens mehr Männer als Frauen gezählt).
Tagsüber ist dann etwas Flaute, dafür lohnt es sich, Studentenfutter einzustecken.
Ein Schlafplatz braucht etwas Vorbereitung; hierfür haben sich meine beiden Decken (die dichte und die dicke) hervorragend bewährt - wenn man dann noch in geselliger Runde lange genug durchhält, kann man es sich im Gemeinschaftszelt auf Sitzkissen, Stühlen und Bänken bequem machen. Dafür sollte man den Tag zum Vorschlafen nutzen.
Neben den Decken haben sich als Ausrüstung Messer, Becher und Teller als nützlich erwiesen, wenig überraschend. Zwei Bänder, um mal ein Paket zu schnüren, ein Baldachin für ein Baby zu basteln oder Sitzbänke zu einem Bett zusammenzuschnüren waren auch unabkömmlich. Schreibzeug habe ich auch gebraucht. Sonnenhut und Gugel für Regen, ein flauschiges Fell als Mantel und zum Sitzen. Ein zweites Hemd zum Wechseln war gut; eine Bruche dagegen ist luftig genug, daß man die nicht wechseln muss. Noch eine Kiepe, in die alles rein passt, und das war es schon. Kartenspiel und Würfel konnte ich nicht anbringen; Nähzeug würde ich aber aus Prinzip wieder einpacken.

Persönliches Fazit ist zweigeteilt nach Con und Konzept.
Wer ein richtig entspanntes Wochenende sucht und nicht erwartet, daß eine Orga ihm Heldentaten zum Mitnehmen anbietet, kommt hier auf seine Kosten. Eine tolle Gemeinschaft, jederzeit gerne wieder.
Das Wanderer-Konzept hat erstaunlich gut funktioniert. Es war nicht wirklich durchschnorren, das kann ich dann doch nicht, aber für jemanden, der mithilft und sich einbringt, haben viele Gruppen von zwei bis zwanzig Leuten noch genug zu Essen und zu Trinken mit dabei. Schlafen in Gemeinschaftszelten geht gut. Wunderbar ist immer wieder der Augenblick, in dem die anderen bemerken, daß man wirklich nur das da hat, was man dabei hat - diese Welle an Respekt und Hilfsbereitschaft ist herzerwärmend. Schließlich sorgt man damit, daß man seine menschlichen Grundbedürfnisse zur IT-Aufgabe macht, dafür, daß man (fast) nie aus dem Spiel fällt, und das hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht.
Ich habe mir nicht mehr zuschulden kommen lassen, als die Umstände es erforderten.

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